OECD: Kein Aufschwung am Arbeitsmarkt
Die OECD rechnet trotz der wieder besseren Konjunkturaussichten mit einer Fortsetzung der Talfahrt am deutschen Arbeitsmarkt. Wie die Organisation am Mittwoch verlauten ließ, könnte die Arbeitslosenquote im kommenden Jahr wieder einen zweistelligen Prozentwert erreichen. Das wird den Experten zufolge dann zwingend der Fall sein, wenn der beginnende Aufschwung nicht schnell deutlich an Fahrt gewinnt.
Lob und Warnung in Richtung Berlin
Die Wirtschaftskrise hat sich nach Ansicht der OECD nicht so stark auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt, wie es zunächst befürchtet worden war. Dazu hätten die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und die Konjunkturprogramme der Bundesregierung beigetragen, hieß es in dem vorgelegten Bericht. Die OECD-Volkswirte warnten jedoch zugleich davor, dass die Kurzarbeit im bevorstehenden Aufschwung schnell zu einem Hemmnis werden könne, wenn sie unproduktive Kräfte am Leben erhielte. Deshalb müsse das Kurzarbeitergeld zeitlich befristet und an Bedingungen geknüpft sein.
Die Krise kostet 25 Millionen Jobs
Seit Mitte 2007 sind in den 30 OECD-Staaten insgesamt 15 Millionen Jobs weggefallen. Bis Ende 2010 könnten weitere 10 Millionen Arbeitsplätze vernichtet werden. Dann hätte die Krise insgesamt 25 Millionen Menschen den Job gekostet. Der Arbeitsmarkt gilt als nachlaufender Indikator für die Konjunktur: Zieht die Wirtschaft wieder an, dauert es sechs bis zwölf Monate, bis sich dies auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. In Deutschland fallen derzeit 1,4 Millionen Beschäftigte unter die Kurzarbeiter-Regelung.
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