Vermögensaufbau: So macht die Inflation Sie arm!
Die allgemeine Teuerungsrate wird von vielen Verbrauchern bei der privaten Finanz- und Vermögensplanung nur unzureichend berücksichtigt. Besonders gravierend fallen die daraus resultierenden Fehler bei Planungen mit langfristigem Horizont ins Gewicht. Ein Geldbetrag, der erst in mehreren Jahrzehnten zur Verfügung steht, wird hinsichtlich seiner dann zu erwartenden Kaufkraft überschätzt. Das führt dazu, dass zu wenig gespart wird und nach dem Erwerbsleben trotz aller Bemühungen eine finanzielle Unterversorgung zu erwarten ist.
Was sind 100 Euro in 35 Jahren?
Wer über einen Zeitraum von 35 Jahren jeden Monat 100 Euro in einen Sparplan einzahlt und dabei einen jährlichen Zinssatz in Höhe von 6,0 Prozent realisiert, verfügt am Ende über einen Kapitalstock von gut 138.000 Euro vor Steuern, wenn die Anlage nicht mit Kosten verbunden ist. Die Erträge der Anlage – 96.000 Euro – müssen versteuert werden, so dass nach dem Anteil des Fiskus noch 112.000 Euro als Vermögen verbleiben. Das Problem: In 35 Jahren kann der Eigentümer dieses Geldes damit nicht mehr den Warenkorb konsumieren, der heute zur Verfügung stünde, weil im Laufe der Zeit die Preise für alle Güter und Dienstleistungen gestiegen sind.
Höheres Risiko oder höhere Sparquote
Bei einem jährlichen Anstieg des Preisniveaus von 2,5 Prozent sind 100 Euro in 35 Jahren noch so viel wert wie heute 42 Euro. Dementsprechend verfügt der Sparer im obigen Beispiel dann über ein reales Vermögen von lediglich rund 47.000 Euro. Das bedeutet, dass er sich mit seinem Ersparten in 35 Jahren Güter und Dienstleistungen kaufen kann, die heute für 47.000 Euro zu haben sind. Um den Inflationseffekt auszugleichen und trotz der Teuerung im Alter gut leben zu können, stehen zwei Möglichkeiten offen: Entweder wird eine Anlageform mit höherer Rendite (und damit einem größeren Risiko) gewählt, oder es muss ein größerer Anteil des Einkommens gespart werden.
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